Automatisierung der Bildung

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Zur laufenden Diskussion über den «Inländer Vorrang» und die digitale Transformation habe ich folgende weiterführenden Gedanken gefunden:

Cross-posted from the Washington Post: Economy, Editor’s Picks, Entrepreneurship, US Politics, Jeffrey Selingo, Autor von «There Is Life After College». Twitter @jselingo, oder folgen Sie auf jeffselingo.com. Jeffrey Selingo ist Professor of practice at Arizona State University, and a visiting scholar at Georgia Tech’s Center for 21st Century Universities.

Frei übersetzt aus dem Englischen von WKR bezieht sich der Bericht auf die USA und (nicht gemachte) Aussagen der Kandidaten im Präsidentschaftswahlkampf 2016.

Bedrohung unseres Wohlstands
Die grösste Bedrohung für unsere zukünftige wirtschaftliche und politische Stabilität sind Automatisierung und Computerisierung. Die Nummer eins unter den Berufen für Männer in den USA ist der Lastwagenfahrer. Drei Millionen von ihnen könnten schon in einem Jahrzehnt wegrationalisiert werden. Daimler testet in der Wüste von Nevada seine selbstfahrenden 18 «Wheeler», welche bis dann für die Strasse bereit sein werden. Bei den Frauen sind die Top-Stellen im kaufmännischen Bereich und in der Verwaltung angesiedelt. Die digitale Transformation hat viele von ihnen in grossen und kleinen Unternehmen bereits obsolet gemacht.

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Die Schweiz tut sich schwer mit der Digitalisierung

Nicht nur Arbeitsplätze mit geringen Qualifikationen werden durch die KI künstliche Intelligenz bedroht. 2013 sagte eine Studie der Universität Oxford voraus, dass zukünftige Technologien fast die Hälfte der amerikanischen Arbeitsplätze verdrängen könnten. Das ist natürlich übertrieben und im Rennen zwischen Bildung und Technologie gewinnt in der Regel die Bildung. Doch bieten auch die Arbeitsplätze in den Bereichen Finanzen, Recht und Medizin nicht mehr die sicheren Karrieren von früher. Die Frage ist deshalb, welche Art von Bildung wird benötigt um der Automatisierung voraus zu sein oder um die Technologie zu ergänzen.

Gesucht ist eine Strategie zur Sicherstellung «mittlerer Fähigkeiten an Arbeitsplätzen». Dazu gehören Arbeitsplätze in der fortgeschrittenen Fertigung, Gesundheitswesen und Informationstechnologie. Eine Vielzahl von Lehrbetrieben können bereits heute die benötigten Anforderungen im Beruf nicht oder nur ungenügend vermitteln. Fachhochschulen mit Masterprogrammen werden zur Alternative für viele junge Leute. Leider vermitteln auch diese Institutionen mehrheitlich Fähigkeiten die in naher Zukunft automatisiert werden. Die Schüler werden zu wenig mit den problemlösungs- und kommunikativen Fähigkeiten ausgestattet die entscheidend sind für die Zukunft, Tätigkeiten welche eine hohe soziale Kompetenz sowie analytische Fähigkeiten erfordern.

Weshalb ambitionnierte Schweizer das Land verlassen
«Inländer Vorrang» bei der Besetzung von Stellen – speziell bei jenen wofür der Staat noch keinen «Fähigkeitsausweis» geschaffen hat – ist schneller gesagt als getan. Nicht oder zu wenig diskutiert werden in diesem Zusammenhang die sehr oft verkrusteten Strukturen, komplizierte Entscheidungswege oder der «Standesdünkel» vieler Patrons.

Dazu eine Stellungnahme auf der Swiss News Webseite vom 16. August 2016 zum Thema «where the Swiss go when they live abroad», welche sich mit meinen eigenen Erfahrungen vor 40 Jahren deckt. Ich erlaube mir den folgenden Text in Originalabfassung zu veröffentlichen, auch weil die Fähigkeit dieses Schweizers, sich eloquent auf Englisch auszudrücken, beachtenswert ist.

digitalisierung
Komplizierte Entscheidungswege

dumbeldore3000 Aug 16, 2016 3:41 AM
I grew up in Switzerland and left at age 18 to attend university in the US with the plan of coming back to Switzerland after earning my degree. I changed plans after about a year: The opportunities for university graduates (from top tier schools) in the US were night and day compared to what awaited my Swiss graduate friends a few years later, and I quickly realized that the US was where I needed to be when I saw the type of opportunities that upperclassmen would get upon graduating, as well as how well young alumni (who came back to visit campus during reunions and events) were doing professionally.

Professionelles Netzwerk, Teamleistung statt Einzelkämpfer
Access to a global alumni network and a career placement center were the top drivers of such a difference, as well as direct access to the largest free-trade market in the world and a diversified economy with global innovation and power centers (Silicon Valley, Wall Street, etc) in constant need of new talent to be shaped and grown into tomorrow’s leadership (vs relying on older leaders; more on this below). When I started my last year of university, over 400 companies came to recruit for full-time jobs directly on campus with a global scope (Americas, Asia, and Western Europe mostly). My classmates and I received an average of 2.7 offers per student for my graduating class at places like Google, McKinsey, Genentech, Apple, Deloitte, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Novartis, among others, and many such offers were provided a full year before the actual start-date.

Wenig Möglichkeiten
Most of my Swiss gymnasium classmates who had just graduated had a very different experience: On their own, they started looking for jobs after graduating (sometimes filing for unemployment to support their search), often taking roles below their qualifications (back-office IT for a top-student in Physics at EPFL; lab-technician for another engineer; 3-month internship at a private bank for a business student ready to work full-time, etc). A few who left to get Masters in the UK ended up in some of the prestigious global companies highlighted above, but I can count them over the years on one hand as these were exceptions.

Nicht ausgeschöpftes Potential
The underemployment of talent and lack of global recruiting were what struck me as the largest difference in outcomes graduating from a Swiss vs US university. Swiss unemployment certainly is low, but many of my friends from home are underemployed below their true potential. They often complain about the gerontocracy («old people ruling») where years at the company supersedes demonstrated talent and ambition at these large ossified Swiss corporations. Many are disillusioned and hope that once the older generation retires, they’ll be able to re-invigorate the system. The reality is, many have already made the leap across seas or oceans over the past few years — I can count several of my childhood friends in US cities and London, mostly, but also in Asia. Don’t get me wrong, I love Switzerland and go back every year to see family and friends, and the country is an example of excellent governance, social support, and quality of life, all of which has resulted in the middle class with one of the highest standards of living in the world (only second to that of Scandinavian countries). But the country lacks the opportunities, dynamism, and innovative culture that attracts many young and ambitious people who aspire to more. Asking around: None of them plan on coming back.

Persönliches Nachwort:
Und doch bin ich nach 17 Jahren Aufenthalt in London und den USA wieder in die Schweiz zurück gekehrt. Der Kulturschock hat Jahre gedauert. Immer wieder staune ich auch heute noch über die Verkrustung unserer Strukturen. Mangels eigenem Potential (mangelnde Ausbildung, hausgemachtes «Kastendenken») scheitert die Idee eines «Inländervorrang» sobald es um die Besetzung von Spitzenpositionen von Schweizer Grossunternehmen  oder im Gesundheitswesen geht.

Transformationsberatung mit «adlatus»
Industrie 4.0, digitale Transformation sind Themen mit denen sich auch Schweizer Kleinunternehmer auseinandersetzen sollten. Das Netzwerk von «adlatus» bietet hier eine schnell verfügbare Einsatztruppe für kurzfristige Projekte.

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA SWB
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